
(wenn unter dem Text nichts anderes
aufgeführt, so wurden die div. Artikel aus dem EA und der SER zusammengestellt)
Die neueren Meldungen werden oben angefügt, die
Älteste ist demnach ganz unten auf dieser Seite.
In eckigen Klammern ist jeweils meine persönliche
Meinung dazu geschrieben.
In kursiver Schrift: Zitate aus den genannten Medien.


-
Rüdiger Grube, CEO der Deutschen Bahn, anlässlich der
Eröffnung der direkten TGV-Verbindung Frankfurt (Main) - Strasbourt -
Marseille: " (...) markiert dieses Ereignis doch, dass man nicht länger
alleine auf das nationale
Geschäft stützen mag und Konkurrenz eher in den Verkehrsträgern Auto und
Flugzeuge sieht."
[Wann macht es auch in der Führungsetage der FS (in Italien) "klick" und
sieht dies ein?]
-
Auf kommenden Fahrplanwechsel im Dezember '12 werden die
meisten Tarife wiederum erhöht: Einzelbillette in der 2. Klasse um 4%, in
der 1. Klasse sogar um 7,3%. (Der Unterschied 1. zu 2. Kl. beträgt dann 75
statt wie bisher 65%.)
Das kann durchaus zum Aussterben der 1. Klasse im Regionalverkehr führen
wegen des schlechten Preis-Leistungsverhältnisses. [Stimmt!]
-
In Dänemark kam es mit einem IC4 (acht Jahre verspätet
ausgelieferte Züge von Ansaldo-Breda, Italien) beinahe zu einer Katastrophe:
Wegen Distanz wollte der Lokführer nach dem Warnung ankündigenden Vorsignal
abbremsen, um am folgenden roten Hauptsignal anzuhalten. Das gelang wegen
Bremsversagens nicht, weil die Magnetschienenbremsen nicht
funktionierten. Der IC konnte nach dem Überfahren von Rot ca. 100m vor dem
Hindernis, einem Güterzug, anhalten...
Die DSB hat nun den Mietvertrag für Doppelstock-Personenwagen vorsorglich um
fünf weitere Jahre verlängert.
Einige interessante Zitate aus der SBB-Personalzeitung
18/2011 (21.09.11):
Es hat sich gezeigt, dass wir massiv Kosten einsparen,
wenn wir geschäftsübergreifend und abgestimmt zusammen arbeiten.
[Deshalb wird SBB Cargo weiter sub-divisionalisiert, Lokführer werden
aufgeteilt. Es fehlen Loks.]
Die Verkehrsministerin Doris Leuthard, auf die Frage nach
dem Bild über die Bahn in ihrer Jugendzeit.
Die SBB fuhr mich an die Kantonsschule Wohlen. Später wurde mir
bewusst, dass wir im Freiamt trotz massiver Bevölkerungszunahme nie richtig an
die Zentren angebunden wurden.
[Was predigte ich dem Aargauer Baudepartement vor etwa vier bis fünf
Jahren? - Jedenfalls sind seit letztem Fahrplanwechsel bis im Mai die Frequenzen
im unteren Freiamt um 20% gestiegen, dank besserem Fahrplan und neuen Zügen.]
-
Die Monopolkommission in Deutschland forderte die Deutschen
Regierung zum dritten Mal binnen dreier Jahre auf, DB Netz (die
Infrastruktur) dem Staat zu unterstellen, um einen gerechten und dauerhaften
Wettbewerb
zu ermöglichen.
[Es soll ja immer noch Unverbesserliche geben, die glauben, dass man die
Infrastruktur privatisieren soll... Siehe England-News weiter unten!]
-
Nachdem die Regionalregierung zweier zentral-französischer
Departements ihren Beitrag zur Gleiserneuerung verweigert hatten, musste die
Höchstgeschwindigkeit von 70 auf 40 km/h gesenkt werden, was einen
Passagierrück-
gang von ca. 30% auslöste...
-
Griechenland: die Staatsbahn OSE hatte 6 Loks und einige
Güterwagen abgestellt, damit sie verkauft werden können. Diebe haben nun
alles (inkl. der Gleise, auf denen diese Fahrzeuge standen) - lange Zeit
unbemerkt - verschrottet!
- SNCF-Definition von Taktfahrplan: Mindestens 7 Züge zu gleichen Minuten
an wenigstens 200 Tagen pro Jahr.
(Ab Dezember 2011 verkehren 30% der TGV so nach "Takt".)
- Der SNCF-Chef Peppy bezeichnete in einem Interview, dass die in
Frankreich anno 1997 vollzogene Aufteilung der Bahn in einen
Betreiber SNCF und die
Infrastrukturgesellschaft RFF (Reseau Ferré France),
als nicht zukunftsfähig ein, weil beide Unternehmen nur
im eigenen Interessen handeln. Dadurch würden die Trassengebühren
zT. massiv
erhöht, was wiederum zu höheren Billettpreisen führt.
Diverse EVUs haben ihre Züge wegen horrenden Trassenpreisen eingestellt oder
leiten ihre Züge um, so dass sie möglich wenige Kilometer in Frankreich
zurücklegen müssen.
[Kommt mir irgendwie sehr bekannt vor: Siehe Einträge weiter unten, unter
"Grossbritannien".]
- Die DB (Deutsche Bahn) wurde unter dem ehemaligen Chef Mehdorn in ein
gewinnbringendes Unternehmen umgestaltet. Gewinn im Jahre 2008 2,8 Mia. €.
Die Krux an der ganzen Sache ist nur, dass dafür
ungenügend in die Infrastruktur investiert wurde und auf einem - aus Rentabilitätsgründen - tief gehaltenen Fahrzeugpark
gesetzt
wurde, weshalb es nun häufig zu Zugsausfällen kommt.
Nachholbedarf in den nächsten 5 Jahren allein im Bereich Unterhalt der
Infrastuktur: 44 Mia. €!
In Südbayern, im Oberammergau, musste die Lokalbahnlinie vom 17.12.10 -
10.01.11 eingestellt werden, weil die dort eingesetzten Fahrzeuge dringend an die Münchner S-Bahn ausgeliehen werden mussten.
[Je längers, je mehr schleicht sich eine ungesunde Mentalität bei studierten
Managern ein:
relativ kurz in ihrem Amt bleiben, und auch so denken, Provisionen
einstreichen und bei den Aktionären gut dastehen.
Wenn es dann nicht mehr steil bergauf geht, verlassen sie das Unternehmen,
hinterlassen einen Scherbenhaufen: "Nach mir die Sintflut!"]
- Ähnliches (wie oben bei der DB) ist auch aus Frankreich zu vernehmen:
Wenn nicht deutlich mehr in die (Schienen-)Infrastruktur investiert wird, so
droht dort, dass die Hälfte des Netzes (vorüber gehend) still-
gelegt werden muss.
Auch müssen dringend zirka 300 - über 70 jährige - Stellwerksanlagen ersetzt
werden.
- Wegen verordneter Sparmassnahmen in Schweden im/beim Unterhalt von
Triebfahrzeugen, stieg die Anzahl der Zugsausfälle wegen
Lokdefektes in gleichem Masse an.
- Ein relativ neues Fahrgastrecht in Deutschland sieht vor, dass Reisende
ab 1 Stunde Verspätung 1/4 ihres Fahrpreises und ab
2 Stunden sogar die Hälfte zurück erstattet bekommen sollen. Die DB versucht
nun mit allen Mitteln um diese Rückerstattung zu
drücken. Häufig wird die bahnseitig bestätigte Verspätung mit 59 Minuten
angegeben, obwohl es oft knapp über 60 wären...
Noch deutlicher zu präzisieren wäre der massgebende Zeitpunkt der Ankunft:
Einfahrt des Zuges in den Bahnhof oder wenn der Zug
am Perron stillsteht.
- Eine Tochtergesellschaft der SNCF möchte demnächst in einen rein
Deutschland-internen Verkehr "einsteigen" mit Corail-Wagen,
welche alle nach RIC zugelassen sind. Das EBA verzögert oder verhindert (?)
die "Zulassung" dieser Wagen...
- Nüchtern betrachtet sinkt die Gesamtqualität der grenzüberschreitenden
Bahnverbindungen (ausser in den TGV und ICE 1-Verbindungen)
in letzter Zeit
bedenklich; von Verspätungen im Allgemeinen ganz zu schweigen.
- im Verkehr mit Österreich keinen Speisewagen und Panoramawagen mehr;
weniger Sitzplätze, kein Veloselbstverlad und weniger
Gepäckstaufläche im "RailJet".
- im Verkehr mit Italien: von den "normalen" Problemen mit der FS habe ich
hier schon einiges geschrieben.
Keine Nachtzüge mehr, nur noch ein direkter Zug ab der Schweiz weiter als
Mailand.
(Teilweise ist der WR im direkten Zug ab der Schweiz nach Venedig nicht
bedient....)
- Verkehr mit Stuttgart: diese Verbindung ist wohl für die DB nicht sehr
wichtig: keine ICE-T mehr, dadurch längere Fahrzeiten, Anschluss-
brüche in Stuttgart, kein Bistro-/Barwagen, DB wollte alte - nicht
klimatisierte - IR-Wagen als Ersatz für ICE-T einsetzen.
Der Flugverkehr nimmt dagegen ständig zu...
- In den neuen oder umgebauten Regionalverkehrstriebzügen der SBB (Seetal-GTW,
Flirt und NPZ-Domino) ist das - einzige - WC oft
ausser Betrieb, vielfach an Wochenenden. [Im Falle Seetal-Trämmli ist ein
Fahrzeugtausch in Luzern oder in Lenzburg ohne weiteres
möglich: es stehen Ersatzpendel herum: in Lenzburg 2 bis 3...]
- Bei einem Treffen von französischen und italienischen Ministern wurde
ein Vertrag/Abkommen unterzeichnet, welches die FS und SNCF
auffordert, faire Konkurrenten zu sein. [Vielleicht hat nun die gegenseitige Schikaniererei ein Ende: Nicht-Zulassung von TGV und
ETR auf dem "fremden" Netz usw.]
- Die Drohung der Dänischen Staatsbahn an die Firma "Ansaldo Breda" von
ihrer Bestellung (Auftragsvolumen ca. 600 Mio €) hat offensichtlich gewirkt:
die Diesel-IC-Züge wurden nun doch mit acht-jähriger
Verspätung endlich
geliefert...
Sie wurden im Sommer mit so hoher Kadenz nach Dänemark geliefert, so dass
die DSB mit der Software-Feinanpassung und
Zulassungsverfahren beim Bahn-Bundesamt selber in Verzug mit der
Inbetriebsetzung kommt.
- Vorgeschlagen wurde, die Billettpreise in der Schweiz für die 1.Klasse
(mehr) zu erhöhen als für die 2. Klasse.
EA 06/10 - S. 309 schreibt dazu: Für eine überproportionale Erhöhung der
in der 1. Klasse besteht aus Kundensicht überhaupt kein
Anlass: Der Komfort ist im Fernverkehr seit den EW IV nicht mehr gestiegen
und im Regionalverkehr in den letzten 20 Jahren stetig gesunken, mindestens
im Vergleich zur 2.Klasse.
[Wie Recht er doch hat! Vor allem in den neu zu DOMINO-Pendelzügen
umgebauten NPZ ist die Rückenpolsterung in der 1. Klasse
unbrauchbar: viel zu hart und "unförmig": Schade für den sonst
gelungenen Refit-Umbau. Der gleiche "Fehler" wurde schon
bei den Seetal-GTW begangen.]
- In vielen mittelgrossen europäischen Städten wird geplant, (teilweise
wieder!) eine Strassenbahn einzuführen.
So z.B. in Le Mans, Mainz und Odense (Fünen, Dänemark).
- Im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen stehen 20 neuere
Dieseltriebzüge der DB ungebraucht herum, weil neu eine Privat-
Bahn diese Strecken befährt, und dieses Land verbietet als Mitfinanzierer
der "Bundesbahn" diese Fahrzeuge ausserhalb des Bundeslandes andersweitig
einzusetzen.
- Seit 21.03.10 fahren auf der internationalen Strecke Zürich - Singen (Htw.)
- Stuttgart keine Neige-ICE mehr. Die DB hat diese - für
teures Geld schweiz-tauglich umgebauten Züge -
(vorübergehend) auf eine andere Linie versetzt. Als Ersatz fahren wieder
unverpendelte Lok- und Wagen-Züge mit einem Lokwechsel in Singen. Auf Mitte Juni
'10 möchte die DB die Fahrzeiten auf ihrem Abschnitt
nochmals um einige Minuten "strecken": frühere Abfahrt in Stuttgart, bzw.
spätere Ankunft nach/aus Zürich. Somit gehen die letzten
noch verbliebenen Anschlüsse in der Baden-Würtembergischen Hauptstadt
verloren,
und die Attraktivität dieser Linie sinkt weiter.
An diesen total 67 Triebzügen müssen alle Radsätze durch eine stärkere
Version ersetzt werden: Beginn dieses Umbaus 2011, Ende
ca. 2013! Bis dahin dürfen sie nicht bogen-schnell fahren.
[Ob überhaupt jemals wieder solche Züge nach Zürich fahren werden?]
- Auf einigen Regionalstrecken stieg die Anzahl beförderter Reisenden um
ca. 30%, nach dem dort u.a. neue Züge eingesetzt werden:
z.B. auf der Seetalbahn.
Eine Verlängerung der Züge ist einmal mehr nicht möglich, da beim Umbau der
Infrastruktur diese zu fest dezimiert wurde: zu kurze
Perrons, wenige Kreuzungsgleise.
Weiter wurde oder werden noch auf der zb-Brünigstrecke drei ehemalige
Kreuzungsstationen wieder zu solchen zurück-umgebaut, nachdem sie vor recht
kurzer Zeit nur noch auf ein Gleis "beschränkt" wurden:
Kaiserstuhl und die
beiden Dienststationen Käppeli
und Brunnenfluh.
[Dieses Beispiel zeigt einmal mehr deutlich auf, wie kurzfristig die
Verantwortlichen denken!]
- Dem EBA (Deutsches Eisenbahn-Bundesamt) wird vorgeworfen, dass es die
Regeln während des Spiels ändert.
Vom Bestellungseingang bis zur Inbetriebnahme neuer Züge dauert es etwa ein
bis zwei Jahre: Die Industrie bestellt Teile, welche zu diesem Zeitpunkt
alle gültigen Normen und Vorschriften einhalten und baut die Züge zusammen.
Unterdessen verschärft das EBA
Zulassungsgrundlagen für einzelne Komponenten...
Deshalb konnte auf verschiedenen Linien auf den vergangenen Fahrplanwechsel
neue Züge und Konzepte nicht eingeführt werden.
Übergangs- und Notmassnahmen mit gemieteten Fahrzeugen musste innert
kürzester Zeit "erfunden" werden.
- Die deutsche Zeitschrift "Eisenbahn Magazin" schreibt zum Thema
Unterhalt an Rädern und Achsen bei der DB (Probleme bei diversen
Zügen, wie ICE-T):
...
dass der massive Personalabbau zu einem Exodus an Sachverstand
führte, der in der Eisenbahnindustrie seine konsequente Fortsetzung fand. ...
"Dass wir jeden Tag das Rad neu
erfinden, ginge ja noch. Aber dass an jedem Ende einer Achse zwei Leute zwei unterschiedliche Räder erfinden, bringt uns wirklich nicht
voran!"
- Die Bahnen konkurrenzieren sich zusehends selber mit Erstellen von
Schnell-Bus-Netzen: so nun auch die DB. - Sie führt auf den kommenden
Fahrplanwechsel im Dezember '09 einen Busbetrieb
im zwei Stunden-Takt Prag -
Nürnberg ein. Grund dafür ist, dass
das EVU Arriva ab dann auch die IC-Züge auf dieser Linie übernimmt.
Vorteil für den Bus: ca. 70 Minuten kürzere Reisezeit, günstigerer
Fahrpreis.
- Die von Ansaldo-Breda gebauten IC4 für Dänemark werden nun doch von der
DSB abgenommen, allerdings zu einem viel tieferen Preis.
Die Rede ist von etwa 40%.
Allerdings müssen durch die DSB selbst vor Inbetriebnahme dieser Züge noch
einige Qualitätsarbeiten erledigt werden:
Software grundlegend überarbeiten und Mängel an der Inneneinrichtung
beheben, wie z.B. nicht funktionierende Beleuchtung,
schmutzige Teppiche und kleinere Zerkratzungen. (Und dies wohl bemerkt bei
"brandneuen" Zügen!)
- Seehäfen in Deutschland beklagen, dass die DB-Strecken nur mangelnde
Abfuhrkapazitäten für Güter haben.
Dies ist darauf zurück zu führen, weil der Verkehr auf wenige Hauptstrecken
konzentriert wurde und die früheren "Nebenlinien" in ihrer
Leistungsfähigkeit "kastriert" wurden.
Fazit-Folge daraus: Fünf Strecken werden für knapp 2 Mia. € wieder
leistungsfähiger Ausgebaut.
- In den Jahren 2007+2008 wurden in der Schweiz total ca. eine halbe
Million Personen registriert, die mindestens einmal "schwarz" gefahren sind.
Im Februar '09 wurde in Bari (Stadt in Süditalien) während ca. 2 Stunden
Kontrollen in
den Bussen des Lokalverkehrs gemacht.
"Ausbeute" daraus: 90% der Fahrgäste waren Schwarzfahrer... Viele gaben an,
nicht gewusst zu haben, dass ein Billett nötig ist.
- Prof. Klaus Riessberger der Technischen Universität Graz sagte: "Wir
haben die Eisenbahn an Juristen und Manager verkauft. -
Der von der
EU verordnete Wettbewerb, der den Schienenverkehr hätte beleben sollen, ist
zu einem Kleinkrieg zwischen Infrastruktur
und Bahn-Betreibergesellschaften entartet, sogar wenn diese den selben Eigentümer
haben."
[Wie Recht er doch hat!]
- Die SBB wurde wegen "Verspätung" sogar gelobt. Wie geht das? -
Ausländische Touristen, die in einem nordwärts fahrenden EC-Zug in Richtung
Basel unterwegs waren, welcher dann im Pianotondo (Dienststation bei Faido, im Nordtessin)
entgleiste, schrieben der
Bahn einen Lobesbrief. Inhalt grob zusammen gefasst:
"Obwohl unser Zug entgleiste, sind wir nur mit 90 Minuten Verspätung an der
Grenze in Basel angekommen."
[Sind da einige Schweizer etwas verwöhnt, wenn sie schon bei einigen wenigen
Minuten Verspätung ausrufen?]
- Weitere Folgen dank "schlanker Infrastruktur" (weniger Weichen und
Ausweich- bzw. Abstellgleisen in den Bahnhöfen):
Der Bahn-Baudienst plant einige hundert eigene Dienstwagen auszurangieren
und durch strassentaugliche Fahrzeuge
(oder Teile, die sich auf Lkw's verladen lassen) zu ersetzten, weil es immer
weniger baustellennahe Gleise gibt,
zum kurzzeitigen Abstellen der Bahnwagen bei Bauarbeiten.
- Beim preisgekrönten Neubau des Bahnhofes in Visp wurde die Perronüberdachung
viel zu kurz gebaut: nur etwa 100 Meter lang. So verteilen
sich die Reisenden bei schlechtem Wetter und grossem Andrang viel zu wenig auf der
ganzen Perronlänge. Weiters sind die Abgänge zur Unterführung zu schmal
geraten; es gibt bei Ankunft eines IC-Doppelstock-Zuges aus Bern immer Staus
auf dem Perron.
[Solche Planungsfehler
nehmen in letzter Zeit leider zu: Bahnhof Laufen z.B.]
- Auch in der Adelaide, Hauptstadt des Bundesstaates Süd-Australien, wurde
die Infrastrukturverantwortung dem regionalen S-Bahn-
Strassenbahnbetreiber entzogen und rück-verstaatlicht. Gründe: Entgleisungen,
mehrere Langsamfahrstellen, grosse Verspätungen,
diverse Fahrzeugausfälle.
- Nach einer Entgleisung eines Güterzuges auf der ÖBB-Korridorstrecke
Kufstein - Rosenheim (-Salzburg) kam der Hilfszug aus Fulda, Hessen
zum Einsatz. Anfahrtsweg immerhin über 400 km...
- In diesem Sommer wurde die Tonkin-Linie im Unter-Wallis der SBB (Monthey
- St-Gingolph) saniert (neue Perrons, Sicherungsanlagen).
Kurze Zeit nach Einweihung dieser Anlagen wurde bemerkt, dass die Perrons zu
kurz sind, und nun noch verlängert werden müssen...
[Ähnlich ging es bei der Haltestelle Längenbold (an der Linie Luzern - Zug),
die plötzlich "Root D4" heisst, nach deren Eröffnung mussten
auch die Perrons provisorisch verlängert (Sandaufschüttungen)].
- In einem stillgelegten Rangierbahnhof im Ruhrpott wurde die Fahrleitung
über einer zwölf gleisigen Gleisgruppe herunter geschnitten
und der Kupfer somit gestohlen.
[Schade, war diese Fahrleitung nicht unter Hochspannung...]
- Die DB bedient den - ab München fernsteuerbaren - Bahnhof
Garmisch-Partenkirchen wieder örtlich. Eigentlich nichts ausser-gewöhnliches:
Der Grund dafür aber umso mehr: Die Kosten für die - wohl bemerkt
privatisierte - Bahntelefonie (Leitung für Datenübertragung der
Stellwerkbefehle) sind zu hoch...
- Die Französische Staatsbahn SNCF möchte schnelle TGV-Verbindungen auch
für kleinere (Stück-)Güter ab dem Pariser Flughafen
Roissy in
diverse Regionen einführen.
- Das schwedische Bahnbundesamt hat der Betreiberin Connex zu Beginn der
Sommerhochreisesaison 2006 verboten, die neuesten Typen von Schlafwagen auf der
Nordlandsbahn einzusetzen. Grund: die Aussentüren öffneten sich bei Fahrt
immer wieder...
Tiefgreifendes Problem an der ganzen Sache ist, dass in Schweden Lizenzen
für EVU's nur jeweils für vier Jahre ausgestellt werden,
so investieren diese nur das allernötigste in ihren Wagenpark, weil sie
"Angst" haben, die Lizenz bald wieder verlieren zu können.
- DB Netz stellte dem Eisenbahn Bundesamt (EBA) den Antrag, die "Kyffhäusernbahn"
in Thüringen wegen schlechtem Zustand der Strecke
still legen zu dürfen. Diesem Gesuch um Entwidmungsverfahren ("Löschung" der
Konzession für diesen Abschnitt) wurden vom EBA und einem Schiedsgericht
abgelehnt mit der Begründung, dass dieser schlechte Zustand erheblich
von DB Netz mitverschuldet sei...
- Das BAV verlangt von der
TMR (ex. MC) dass auf sämtlichen - noch nicht umgerüsteten -
Teilabschnitten des Schweizer Abschnittes Martigny - Chamonix die Strom
führende dritte Schiene durch eine Fahrleitung zu ersetzen sei. [Siehe auch
meine Bilderseite Wallis.] Kosten 32 Mio.
CHF, Bauzeit ca. 14 Jahre: Auf dem 20% steilen Zahnradabschnitt mit mehreren
Tunnels oberhalb Vernayaz sind aufwändige Absenkungen der Gleise
notwendig.
- U.a. die Schrott verarbeitende Industrie beklagt sich, dass SBB-Cargo
ihnen die bestellten Leer-Güterwagen teilweise zu spät liefere.
Aber diese Firmen sind z.T. selber schuldig an diesem Wagenmangel: Vielfach
werden diese Fahrzeuge als rollendes Lager verwendet und am Bestimmungsort des Bahntransportes beim Empfänger
häufig
tagelang nicht ausgeladen, oder werden Wagen wegen Überfüllung des Werkes irgendwo abgestellt, auch an der Grenze. Schon seit
Jahrzehnten werden LKW's sofort ausgeladen und die Bahnwagen
haben dann meistens keine Priorität mehr...
- Neue Schikanen im Zulassungsverfahren von Lokomotiven im "freien
Netzzugang" in anderen Ländern:
Land X fordert rote Fronten, Land Y weisse und ein anderes Land mehrfarbiges
Design...
- Im westfälischen Bad Oeyenhausen halte halten seit Dezbember '05 keine
IC-Züge mehr an. Grund: die Bahnsteighöhe ist gemäss EBA zu
niedrig. Aber die noch häufig dort anzutreffenden "Silberlinge"-Wagen des
Regionalverkehrs haben etwa die gleiche Trittbretthöhe.
- Gemäss dem Beratungsunternehmen McKinsey ist der Europäische
Bahngüterverkehr unter grossem Druck: Die Liberalisierung könnte eine
negative Kettenreaktion auslösen. Dieser Güterverkehr ist kontinentweit
defizitär, weshalb müssten viele Bahnen die Frachtpreise erhöhen, was
wiederum zur Folge hat, dass weniger mit der Bahn transportiert wird.
Effizienzsteigerungen reichen dabei nicht aus.
- Die Deutsche Bahn AG will möglichst wieder alle Regionalzüge während der
gesamten Fahrzeit mit Zugbegleitern besetzen. Laut dem Vorstand der
Abteilung Nahverkehr Ulrich Homburg hätten Vergleichsrechnungen im Konzern
jüngst ergeben, dass der Preisunterschied zwischen Technik und einem
hundertprozentigen Personaleinsatz nur gering sei.
(Quelle: SEV-Zeitung Nr. 25/2005)
- In Deutschland auf der Extertalbahn wurde auf über 1km Länge die
Fahrleitung geklaut! Schaden über 200'000 €: Deliktgutsumme des Kupfers
etwa 2000 €. Diese Privatbahn weist nur noch ein geringes Verkehrsaufkommen
auf; die Betriebsleitung überlegt sich nun, ob Weiterbetrieb mit Dieselfahrzeugen möglich ist.
- Einige Regionallinien in Frankreich spüren nun die Sparmassnahmen der
Infrastrukturbehörde RFF beim Unterhalt der Lokallinien. So auch die
Seitenast-Linie der Tendabahn Nizza - Breil sur Roya. Dort fehlt für
Gleisarbeiten jenes Geld, das für Unterhaltsarbeiten an TGV-Linien ausgegeben
wurde. Notmassnahmen: Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit von 70 auf 40km/h,
Verlängerung der Fahrzeit: für 44 km benötigt man nun etwa 70 Min.
Der neueste Clou: die SNCF schlagen auf Fahrzeiten einiger Regionallinien Zeit
dazu, damit sie den bestellenden Regionen für Verspätungen weniger Strafe
bezahlen muss.
Im Sommer '06 wurden nun - auf Initiative des französischen Verkehrsminister
- bis 2010 auch deutlich mehr Gelder gesprochen, um die Infrastruktur vor
diesen Nebenlinien zu sanieren.
- Die Regierung der Niederlande hat beschlossen, dass bis im Jahr 2020 über
13 Mia. Euro für Verbesserung des Eisenbahn-Verkehrsnetzes
der NS zur Verfügung zu stellen.
[Ein EA-Redaktor schreibt treffend: Man
vergleiche den Betrag mit den NEAT/Finöv-Krediten. Es fliesst
also auch in anderen Ländern Gelder des Staates in die Bahn-Infrastruktur.]
- Rund 50% aller Unfälle mit Zügen ereignen sich, weil sich Personen zu nahe
am Gleis befinden oder leichtsinnig und verbotenerweise die Gleise überqueren.
Am meisten betroffen davon sind Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren.
- Als Bedingung für die Konzessionserteilung Mitte 1850-er Jahre an die
Linie Schaffhausen - Andelfingen - Winterthur (heutige S-Bahn-Line 33 des
Zürcher-Verkehrsverbundes) wurde gefordert: mind. zweimal täglich pro
Richtung ein Zug mit Sitzen und Fenster.
Zum Vergleich zu Heute: an Wochentagen Halbstundentakt; und das mit den
Fenster und Sitzplätzen ist selbstverständlich Standart.
- Wer denkt, bei uns in der Schweiz seien die Bussen z.B. fürs Schwarzfahren
zu hoch, der soll sich mal den "Strafenkatalog" der Züge in 'New South Wales',
Australien, genauer zu Gemüte führen. (Angaben in Australischen-Dollars: 1$
entspricht etwa einem Schweizer Franken; oder
0,60 €)

Oder, derjenige denke 'mal, wie in Singapur gebüsst wird...
- Jährliche Kosten für Materialbeschädigungen durch Vandalen bei den SBB:
an/im Rollmaterial: etwa 6 Mio. sFr.
bei Immobilien: etwa 2 Mio. sFr.
Über Italiens
Schienenverkehr:
-
Frühling 2012: Die Notsanierung der Gleise auf der
Simplon-Südrampe wurde erst nach Intervention in Rom durch die Politik an
die Hand genommen.
Anmerkung dazu: Das EBA (Deutsche Bahn-Bundesamt) hat schon Museumsbahnen
die Lizenz wegen zu schlechtem Gleiszustand entzogen, deren Schienen aber
noch in einem wesentlich besseren Zustand als am Simplon
waren! [Simplon-Strecke ist eine Internationale Hauptstrecke auf der ua.
auch Züge mit Gefahrengut verkehren.]
-
Der zum letzten Fahrplanwechsel im Dez. 2011 eingestellte
inner-italienische Nachtzugverkehr hat nun zur Folge, dass wöchentlich etwa
30 Reisecars mit 2000 Reisenden Mailand gen Süden verlassen.
(Vor Feiertagen ist diese Zahl noch bedeutend höher!)
In einem Vororts-Bahnhof der Hauptstadt stehen nun 20 Schlafwagen abgestellt
herum, welche nun von Obdachlosen als Schlafplatz dienen. Diese Wagen wurden
vor gar nicht so langer Zeit für mehr als 10 Mio. € saniert.
[Die EU zahlt ja...]
- Zwei Norditalienische Provinzen sind mit der TrenItalia (FS)
unzufrieden: sie wollen gewisse Lokalverkehrslinien ausschreiben.
Allerdings könnte dann der Infrastruktur-Betreiber die neuen EVU's
"behindern": siehe Einträge unter Brenner-IC-Verkehr.
- Zum Fahrplanwechsel im Dezember '09 wurde die letzte
Nachtzugverbindung EN Luna Zürich/Genf - Rom eingestellt. Laut SBB-Sprecher
mangels Nachfrage und Qualität.
[Viele Italiener vermissen heute noch die beiden Saisonalen, nur an den
Wochenenden verkehrenden, Freccia delle Puglie und Freccia della
Calabria. Diese gut ausgelasteten Züge wurden vor ca. 2 Jahren auch
gestrichen...
Vermutung liegt nun nahe, wer den oberen Text gelesen hat, dass der wahre
Grund die FS selber ist, die keinerlei Interesse mehr an internationalem
Nachtverkehr zeigt. Vielleicht könnte die SBB ja auch mit der FNM (LeNord) zusammen
arbeiten, um wieder Nachtzüge
anzubieten? - Aber wir Schweizer brauchen halt manchmal immer etwas
länger....]
Die CNL (CityNightLine AG) prüfte, ob sie den Nachtzug nach Rom übernehmen
könnten, dies scheiterte aber an den sehr hohen
Produktionskosten in Italien:
dieser Zug müsste immer über 95% Auslastung
haben, um kostendeckend zu sein.
Zur mangelnden Qualität: Die FS stellten diesen Zug tagsüber im "freien
Feld" ab ohne sie jeweils an die "Vorheizanlage" anzuschliessen.
Folge: als die Reisenden einsteigen, war es im Innern der Wagen oft über
40°C. Der Nachtzug fuhr in Rom und Florenz nur über
Aussenbahnhöfe (nicht in das Zentrum hinein). Der Service an Bord sei
teilweise auch lausig gewesen: zu wenig Getränke an Bord, geschlossene WC's...
Nun die Frage: Sank die Nachfrage durch Qualität oder
umgekehrt? - So kann man ein "störendes" Element auch beseitigen.
- Da nun DB und ÖBB seit Dezember '09 nicht mehr mit der FS (Trenitalia)
zusammen arbeitet, da sie jeglichen internationalen Verkehr behindert,
sondern mit der FNM (LeNord, Italienische Privatbahn),
schikaniert die FS
die neuen Kooperationspartner mit "schlechten" Fahrplantrassen.
In der Lage, wo bis jetzt die durchgehenden
EC im
Zweistundentakt ab München verkehrten, legt die FS nun nationale IC
ab dem Grenzbahnhof Brenner Richtung Süden ein, so entstehen
quasi "Doppelführungen". Die internationalen Züge warten im
Systemwechselbahnhof Brennero etwa drei Minuten länger die Distanz der
nationalen IC der FS ab, und verlieren so fast überall knapp
die Anschlüsse: z.B. in Bozen nach Meran, in Verona Richtung Mailand.... Der
erste Zug des Tages - in Richtung Süden - endet bereits in Bozen und der
einzige Zug, der noch nach Mailand fährt, benötigt nun eine Stunde
länger....
--> Die FS hat
"mit falschen Karten" gespielt: Die bestellten Trassen werden von italienischen
Zügen bis auf einen Zug nicht benutzt...
Sie schikaniert
regelrecht ihre "Konkurrenz"!
Ähnliches
ist im Verkehr über die Mont-Cenis-Linie Milano - Paris zu vermelden: Die SNCF
will mit ihren TGV weiterhin bis Milano fahren,
sie hat dafür
an einigen Zügen die neue FS-Zugsicherung eingebaut, welche aber von den
Italienischen Behörden nicht zugelassen wird.
Grund: Die FS
möchte selber mit ihren "Eurostar Italia" nach Paris fahren...
- Aus unserem südlichen Nachbarland: Diese
Bahn befördert Wagen mit Gefahrengut (RID) nur noch in Ganz- bzw. Blockzügen. Im Einzelwagenladungsverkehr (EWLV)
wurden die Bedienpunkte drastisch reduziert:
es sind nur noch knapp 50 an
der Zahl - im ganzen Land!
Die FS will nicht mehr in eine Geschäftszweig investieren, für den sie keine
Zukunft mehr sehen.
Im Gegenzug haben einige europäische Güterbahnen die "Xrail-Alliance"
gegründet, um genau diesen EWLV grenzüberschreitend
zu intensivieren.
Die Konkurrenten DB Senker, RailCargo Austria und SBB Cargo überprüfen sogar
eine Zusammenarbeit in Italien in diesem Bereich.
- Ein "Freund" der Cisalpino-Züge wurde zum Statistiker: Seite auf
italienisch unter

Über Grossbritanniens
Schienenverkehr:
- Juni 2007: Die heutige Infrastrukturbetreiberin Network Rail wurde von
einem Londoner Gericht für ein schweres Bahnunglück Nähe London Paddington
im Jahre 1999 (mit über 30 Todesopfern) zu einer Strafe 4 Mio. £ (ca. 6 Mio.
€) verurteilt.
Grund: Die damalige Railtrack sei durch systematische und nicht
akzeptablen Sicherheitsmängel sowie inkompetentes Management
für dieses Unglück mitverantwortlich.
- Oktober 2005: Eine britische Transport-Gewerkschaft bezeichnet die
Privatisierung der Bahn als eine Katastrophe. "... Die Qualität der
Bahndienste hat sich verschlechtert, dennoch erhalten private
Bahnunternehmen weiterhin Milliarden von britischen £ an Subventionen und
häufen Profite in ebensolcher Höhe an." Gemäss einer US-Studie hat diese
Privatisierung den Steuerzahler über 6 Mia. £ (fast 14 Mia. CHF; oder 9 Mia. €) gekostet,
welche im privaten Sektor der Branche versickerten. Die grundlegenden Fehler
der Privatisierung liegen laut dieser Gewerkschaft aus den daraus
resultierenden Doppelspurigkeiten bzw. Mängel an Koordination im Interesse
des Ganzen sowie in der Abzweigung von Profiten für Aktionäre. "Die
Privatisierung bedeutet, dass im Bahnsektor enorme Ressourcen abgeschöpft
werden. Bei den Bahnen führt dies zu einem Abwärtstrend in Form von
eingestellten Zugdiensten, Arbeitsplatzabbau und völlig überhöhten
Fahrpreisen."
(Quelle: SEV-Zeitung 11.10.05)
- Oktober 2004: Der Verkehrsminister Alistair Darling möchte die SRA (Strathegic
Rail Authority) wieder abschaffen: die staatlich kontrollierte 'Network
Rail' soll weiterhin für Unterhalt und Wartung der Streckennetze zuständig
sein, wogegen die Investitionsplanung und Vergabe
der Franchisen direkt dem
Verkehrsministerium unterstellt werden soll. [Ein weiterer Schritt zurück
zur Verstaatlichung.]
Seine Begründung: Die Schwäche des heutigen Systems, die es den
Unternehmen erlauben, mangelnde Leistungen zu erbringen,
ohne die
Konsequenzen zu tragen. Die noch bestehende SRA will nun klarere
Vorschriften bei Vergaben der Franchisen betreffend
der zu erbringenden
Qualität machen; bei Nichteinhaltung droht Entzug der Betriebserlaubnis.
- Juni 2004: Englische Minister stellten fest, dass die Privatisierung zum
Desaster wurde. Sie setzten eine Überprüfung der Bahn an, weil sie
merkten, dass Geld in ein Fass ohne Boden hineinschüttet wird und die
Dienstleistungen trotz allem immer schlechter wurden.
(Quelle: The Independent)
- April 2004: Neun Mia. Euro beträgt der "Schuldenberg" der
Eurotunnel-Betriebsgesellschaft im Ganzen. Allein im 2003 wurde ein Verlust
von 1,9 Mia. € "eingefahren".
Damit mehr Verkehr akquiriert werden kann, senkt sie die Preise massiv. Sie
will auch in Eigenregie einige Güterzüge, in Konkurrenz
zur SNCF bis nach
Basel fahren.
Einige unzufriedene Aktionäre haben die Direktion wegen der grossen
Schulden an der Generalversammlung gestürzt; aus ihrer Sicht ist eine
Pleite bis 2007 unausweichlich, wenn dies nicht geschehen wäre. Zumal der
Aktienkurs innerhalb der letzten 15 Jahre um etwa 96% gefallen ist.
Der Direktor der Eurotunnel AG meinte, dass man diesen Tunnel, unter
wirtschaftlichen Gesichtspunkten, nie hätten bauen dürfen... [Wie ist dies
wohl mit dem Lötschberg und Gotthardbasistunnel der NEAT?]
- Februar 2004: Die Subventionen an die privaten Verkehrsunternehmen und an
die 'Network Rail' betrugen im Jahr 2003 über 2,2 Mia. Englische Pfund (£)
(entsprechen etwa 5,3 Mia. sFr. oder zirka 3,3 Mia. €)! Somit zahlen
die Steuerzahler Grossbritanniens viermal mehr an die Eisenbahnen als noch
zu den angeblich schlechten Staatsbahnzeiten vor der Privatisierung.
In den vergangenen acht Jahren - seit der Privatisierung - haben die
Passagier-Kilometer um 38,3% zugenommen. Pünktlichkeit: im Langstreckenverkehr
haben nur knapp 70% der Züge ihr Ziel rechtzeitig
erreicht, im Regionalverkehr etwa 80%; das sind also doppelt so viele
verspätete Züge, wie zu Zeiten von British Rail.
- Januar 2004: Die Connex musste am 09. November 03 die Strecken im Süden
Londons (s. auch Eintrag unter Juli 2003) auf Veranlassung der 'Strategic
Rail Autority' (SRA) [zu vergleichen mit dem BAV in der Schweiz oder dem EBA
in Deutschland] sofort einstellen. Die bis dato durch die Connex betriebenen
Linien werden seither von einer komplett von der SRA verwalteten, und somit
einer staatlichen Gesellschaft, betrieben. Diese Betreibergesellschaft hat
nun bis Ende 2006 Zeit - dann werden diese Linien wieder ausgeschrieben - zu
beweisen, dass auch ein staatliches Unternehmen die Zuverlässigkeit auf ein
akzeptables Niveau bringen kann.
- Ende Oktober 2003: Die Infrastrukturbetreiberin "Network Rail"
wird in Zukunft Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten wieder in Eigenregie
erledigen. Bisher wurden sie von Privatfirmen im Auftrag der "Network
Rail" ausgeführt, mit denen sich die Zusammenarbeit zunehmend
verschlechterte, weil sie immer teurer wurden. In der Folge davon werden
über 18'000 Angestellte neu (wieder) bei der Infrastrukturbetreiberin
beschäftigt. Dies sei die wichtigste Restrukturierung der Britischen Bahn
seit 1994.
Die Gewerkschaften bezeichneten diesen Schritt als wichtig für eine
Rückverstaatlichung der Eisenbahn. Sie beteuerten immer, dass es der
Sicherheit schade, wenn solche Arbeiten von Privaten durchgeführt werden,
zudem sei dies auch ineffizient.
(Quelle: NZZ)
- Mitte Juli 2003: Der französischen Firma "Connex", welche im
Süden Londons Strecken betreibt, wurde die Lizenz über das Führen von
Zügen per Ende 2003 entzogen. Gründe: verlottertes Wagenmaterial (Züge verloren
mehrmals unterwegs Teile), miserabler Service, viele Zugsausfälle. Sie
musste im Januar über
1 Mio. £ Strafe für unzureichenden Service
bezahlen.
(Quelle: Wochenzeitung WoZ)
(Dafür
betreibt sie jetzt im Norden Schwedens das Netz der Tågkompaniet.
(U.a. Personenzüge auf der norwegisch-schwedischen Erzbahn Narvik - Kiruna)
- Seit Anfangs 2003 (zum Zeitpunkt der teilweisen Rückverstaatlichung und
dem Ende der 'Railtrack') ging die Anzahl der Schienenbrüche um 17%
zurück! Dies berichtete das Britische Staatsfernsehen BBC Ende Mai '03, als
die Unglücksursache der Entgleisung von Hatfield offiziell bekannt gegeben
wurde: Schienenbruch infolge schlechtem Unterhalt.
- Ende 2002: Englische Infrastrukturbetreiberin Railtrack am Ende,
nach dem sie für etliche Unglücksfälle auf englischen Schienen
verantwortlich gemacht wurde. Eine neue, nicht profitorientierte,
Gesellschaft namens "Network Rail" wurde gegründet. Kosten für
die teilweise Rückverstaatlichung: 9 Mia. £ (entsprechen ca. 20 Mia.
sFr.!) aus Darlehen von neuen Banken mit Garantie des Staates.
- 2001: Laut einer Umfrage befürworten 76% der Briten die Wiederverstaatlichung der Infrastruktur "Railtrack" ihrer
Eisenbahn; sie untermauert eine alte Forderung der linken Mehrheit im
Parlament. Jedoch würde dieses Unterfangen den Staat etwa zehn Mia. Franken
kosten. Als Alternative dazu bleibt lediglich die andauernde Unsicherheit
der finanziellen Unterstützung eines privaten Monopols, dessen Management
die Bahn-Infrastruktur völlig heruntergewirtschaftet hat.
Ein britischer Regierungsbeamter umschreibt seinen Berufsalltag wie folgt:
"The civilized management of decline."
(Die zivilisierte
Administration des Verfalls.)
- 2000: Englands Schienennetz wurde zum unzuverlässigsten und gefährlichsten
Netz Europas; jedenfalls einer Analyse zufolge, welche die Züge 20 Mal
unsicherer einstuft als vor zwölf Jahren.
